Der 10-Minuten-Sauerstoff-Snack

Wann haben wir eine gute Idee? Unter welchen Bedingungen erleben wir einen Geistesblitz? Weshalb bin ich heute besonders kreativ und gestern war ich es gar nicht? Viele Menschen beobachten bei sich, dass sie am ehesten kreativ sind, wenn sie sich bewegen. Zum Beispiel beim Sport, beim Spazierengehen oder bei der Gartenarbeit. Die Beobachtung ist nicht neu. Schon die alten griechischen Denker und Philosophen wie Platon oder Sokrates wussten um den kreativen Diskurs bei gelassenem Schritt in schattig-freier Natur. Auch Läufer oder Radfahrer erfahren häufig an sich, dass sie bei einem entspannten und ohne große Erwartungen absolvierten Training die richtigen Antworten finden auf die vor ihnen liegenden Herausforderungen und Aufgaben. Seltener dagegen kommen die sortierenden Gedanken, wenn sie unter Wettkampfbedingungen laufen oder radeln. Offenbar braucht das Gehirn für Ideen und Geistesblitze, die uns, unseren Vorgesetzten und unseren beruflichen Partnern manchmal so richtig Freude bereiten, ein gewisses Maß an Sauerstoff, wie wir es beispielsweise bei einem Spaziergang oder einem angenehmes Lauftraining einatmen und dann im Blut aufnehmen.

Gerade Berufstätige mit vielen Herausforderungen und Ansprüchen im Beruf können sich deshalb selbst bei ihrer Arbeit unterstützen, wenn sie täglich ein paar Minuten im Freien verbringen und seien es nur bei einem 10 – 15 minütigen Spaziergang nach dem gemeinschaftlichen Essen mit Kolleginnen und Kollegen in der Kantine. Sie gönnen sich damit vermutlich wertvolle Sortier-Minuten, in denen die Nervenzellen des Gehirns die Fülle an Informationen verarbeiten, neu einordnen und strukturieren können.

Was in unserem Gehirn konkret passiert, wenn wir kreativ sind, weiß die Psychologie und Neurobiologie erst in vorsichtigen Ansätzen. Mehr kann die Wissenschaft auf die Frage sagen, ob es für uns und unsere berufliche Tätigkeit gut ist, wenn wir uns bewegen. Nach Untersuchungen des Gesundheitswissenschaftlers Dr. Dr. Ralf K. Reinhardt der Akademie für Gesundheitsberufe am Universitätsklinikum Ulm steigern wir durch regelmäßiges sportliches Training unsere Konzentrationsfähigkeit, unser visuell-räumliches Gedächtnis und die Effizienz unserer grauen Gehirnzellen. Und das offenbar unabhängig von unserem Alter und Trainingszustand.

Wenn also wieder alles zu viel erscheint, wenn die Arbeit gar nicht enden will, dann einmal am Tag zum 10 Minuten-Sauerstoff-Snack greifen und zügig ein paar Schritte draußen gehen. Ihre grauen Gehirnzellen und der unbearbeitete Stapel auf dem Schreibtisch danken es Ihnen.

Checkliste

1.) „Dann lass uns eine Teamsitzung dazu machen“, dieser Satz ruft in vielen Unternehmen inzwischen Widerstand hervor. Alles und jedes Thema so scheint es, wird mal eben und nebenbei in einer Teamsitzung bearbeitet und abgehandelt.

2.) Soll Teamarbeit erfolgreich sein, dann lohnt es sich, zunächst und noch vor der Gestaltung eines Teams konkret zu überlegen, um welche Aufgabe es sich handelt. Ist es eine komplexe und kreative Herausforderung oder soll ein einfaches, handfestes Ziel erreicht werden? Daraus lässt sich dann ableiten, welche Teampersönlichkeiten mit entsprechender Fachkompetenz am Finden der Lösungen beteiligt sein sollten.

3.) Jeder Mensch hat viele Fähigkeiten in sich. Im Laufe des Lebens entwickelt er gewisse Präferenzen, mit denen er eine Aufgabe anpackt. Diese individuellen Stärken der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter konkret und zielführend einzusetzen, ist eine der wichtigen Aufgaben von Teamleitern.

4.) Wissen Teamleiter nicht nur um die Fachkompetenz, sondern auch um die Talente und Vorlieben, die ihre Mitarbeiter am liebsten in die Teamarbeit einbringen, dann kann dies ebenfalls hilfreich für ein erfolgreiches Ergebnis sein.

5.) Teamarbeit ist anspruchsvoll und zeitaufwendig.

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