Meine Potentiale und ich

Wo liegen unsere beruflichen – und privaten Kompetenzen? Und wie können wir unsere Stärken in unseren (Traum-)Beruf einbringen können? Spätestens, wenn wir uns nach dem Studium oder der Ausbildung auf eine erste Stelle bewerben oder unseren Arbeitgeber wechseln möchten, stellen sich uns diese Fragen. Viele von uns prüfen dann, was sie ihrem künftigen Arbeitgeber bieten können und überraschend oft finden wir darauf nur ungenaue Antworten, weil wir unsere Kompetenzen gar nicht so sicher benennen können. Sicher ist, dass die allermeisten von uns über sehr viel mehr Kompetenzen und Erfahrungen verfügen, als wir in der täglichen Arbeit zeigen können. Manchmal brauchen wir so wenig davon, dass wir uns in unserem Job eher unterfordert als überfordert fühlen.

Woher wissen wir also, was wir können und zu leisten vermögen? Eine Antwort kann uns z. B. eine wissenschaftlich ausreichend fundierte Potentialanalyse geben. Je nach der Methode, mit der wir unsere Potentiale analysieren, lässt sich herausfinden, über welche Potentiale und Kompetenzen wir verfügen. Potentiale sind noch nicht realisierte Kompetenzen. Kompetent sind wir, wenn wir etwas bewusst und erfolgreich wiederholen können, wie z. B. das Autofahren. Voraussetzungen für Kompetenzen sind unsere Fähigkeiten, die wir durch Üben weiterentwickeln und vertiefen. Wir haben viele Fähigkeiten in uns, die wir theoretisch in ebenso viele Kompetenzen umwandeln könnten. Meist präferieren wir allerdings im Laufe unseres Lebens bestimmte Verhaltensweisen – und die Gründe hierfür sind vielfältig – und bilden darin besondere Kompetenzen, besondere Stärken aus.

Unsere Stärken, unsere Kompetenzen können wir nicht nur mit Hilfe einer Potentialanalyse herausfinden, sondern auch, wenn wir uns selbst befragen oder dies in einer Beratung tun. Was machen wir besonders gern? Was fällt uns leicht? Wobei fühlen wir uns besonders gefordert und erleben zufriedene Momente, wenn wir etwas geschafft haben? Worum bitten uns andere? Unsere Kolleginnen und Kollegen? Unsere Familie und unsere Freunde? Welche Sonderaufgaben haben wir im Laufe unseres Studiums oder Berufs übernommen? Bei welchen Herausforderungen scheitern wir und wiederholen und üben dennoch motiviert so lange unsere Fähigkeit, bis wir darin kompetent sind?

Am Ende unserer Selbstbefragung oder eines Coachings werden wir wissen, was wir können und welcher Beruf und welche Stelle für uns in Frage kommen.

Checkliste

 

1.) Jeder Mensch besitzt eine Fülle von Fähigkeiten. Durch Wiederholen und Üben werden aus Fähigkeiten Kompetenzen.

2.) Im Laufe unseres Lebens prägen wir Präferenzen aus für bestimmte Verhaltensweisen. Wir arbeiten beispielsweise gerne und bevorzugt analytisch oder sind besonders kompetent bei intuitiv zu lösenden Aufgaben.

3.) Wenn wir unsere Kompetenzen, unsere Stärken kennen, dann wissen wir auch um unsere Schwächen. Wir können Schwächen in Stärken verwandeln. Hinter unseren Schwächen stecken weniger stark ausgebildete Kompetenzen. Unsere Selbstmotivation aus Schwächen Stärken zu machen, ist allerdings deutlich geringer, als Stärken zu üben und noch auszubauen. Schwächen in Stärken zu überführen bedarf einer höheren Motivation von uns. Meist gelingt dies leichter in einer Therapie oder einer Beratung.

4.) Je nach der Fragestellung einer Potentialanalyse oder eines Persönlichkeitstest fallen die Antworten unterschiedlich aus. Eine Potentialanalyse, die herausfinden will, welche beruflichen Fähigkeiten wir besitzen, sagt nichts oder nur unzureichend etwas über unsere Persönlichkeit aus.

Tipps zum Lesen

Hesse, J., Schrader, H. Ch.: Was steckt wirklich in mir? Die Potentialanalyse, 2013, Stark Verlagsgesellschaft, ISBN: 9783866684119

Oltrogge, A.: Assessment-Center: Vor- und Nachteile am praktischen Beispiel einer Potentialanalyse für Führungskräfte, 2012, AV Akademikerverlag, ISBN: 9783639451900

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